Pressemitteilung
vom 07.November 2000

Erstmals Vergabe eines "Ehren-Joker" an Alhard von dem Bussche
Wirtschaftsverein prämiert mit "Joker" aktive Arbeitsmarktpolitik und mit dem "Schwarzen Peter" die Gößnitzer Stadträte

Altenburg. Eine "beispielhafte Mittlerrolle zwischen arbeitgebender Wirtschaft und arbeitssuchenden Bürgern" honoriert der Wirtschaftsverein Altenburger Land e.V. in diesem Jahr mit der Vergabe des "Joker 2000" der Altenburger Wirtschaft. Preisträger dieser Ehrung, mit der der Wirtschaftsverein nun im dritten Jahr wirtschaftsfördernde Leistungen im Landkreis Altenburger Land prämiert, ist Frank Döhler, Berater im Arbeitsamt Altenburg. "Herr Döhler vermittelt seit 1990 Arbeitssuchende und berät andererseits kompetent und verantwortungsvoll Wirtschaftsunternehmen bei der Suche nach geeigneten Arbeitskräften", begründet Günter Lichtenstein, Vorsitzender des Wirtschaftsvereins Altenburger Land e.V., die Wahl. Dabei prüfe der Altenburger Arbeitsberater sowohl die Anforderungskriterien, die das Unternehmen an die Stellenausschreibung stellt, und stimme diese mit dem Qualifizierungsniveau der Arbeitssuchenden ab. Nicht die Qualität bei der Vermittlung von Arbeitskräften auf eine Stelle zähle für ihn, sondern die qualitative Abstimmung der Profile auf die zu besetzende Stelle. Die Firmen, die von Herrn Döhler betreut werden, schätzen die kontinuierliche Zusammenarbeit und auch den sachkundigen Rat bei auftretenden Fragen. "Eine solche Dienstleistung ist letztlicht für alle Seiten förderlich, für den Arbeitnehmer, für das Unternehmen und nicht zuletzt für das Arbeitsamt selbst", so Lichtenstein. Die Vergabe des Preises an einen Mitarbeiter des Arbeitsamtes zeige letztlich auch , dass eine aktive Arbeitsmarktpolitik nur mittels der heimischen Wirtschaft Erfolg haben könne.

Erfolge in seiner rund zehnjährigen Arbeit könne auch der Preisträger des erstmals vergebenen "Ehren-Jokers 2000" des Wirtschaftsvereins Altenburge Land e.V. genug aufweisen. Indirekt sei dessen Arbeit bereits mit dem erstmals vergebenen "Joker" an den Schmöllner Bürgermeister Herbert Köhler gewürdigt worden. "Das ist das Schicksal eines Mannes, der vornehmlich in der zweiten Reihe, hinter dem Vorhang sozusagen agiert", meinte Günter Lichtenstein. "Im letzten Jahr stand Herr Alhard van dem Bussche-Hattenhausen abermals ganz oben auf der Vorschlagsliste zum Joker, doch zweimal hintereinander wollten wir den Joker nicht nach Schmölln vergeben. Ende des Jahres wird Herr von dem Bussche nun aus seinem Amt als Wirtschaftsdezernent der Stadt Schmölln ausscheiden. Wir als Wirtschaftsverein möchten ihm einen "Ehren-Joker" mit auf den Weg geben, in der Hoffnung, dass der Ruhestand für Herrn van dem Bussche nur ein förmlicher Akt ist und er sich weiterhin für die wirtschaftlichen Geschicke in Schmölln, aber auch im Landkreis stark macht." Die Jury, die sich zu dieser Preisvergabe entschlossen hat, ist sich sicher, dass über die Stadt Schmölln hinaus manche Kommune durchaus interessiert sein müßte, den wirtschaftlichen Sachverstand des langjährigen Wirtschaftschefs der Stadt Schmölln für sich nutzen zu können. "Wir brauchen an dieser Stelle nicht die Erfolge bei der Gewinnung von Investoren oder der Vermarktung von Gewerbeflächen aufzuzeigen. Es hat sich inzwischen längst herumgesprochen, dass in Schmölln zielstrebig und konsequent an kommunalen Zielstellungen gearbeitet worden ist und letztlich alle in Verwaltung und Politik diesen untergeordnet haben."

Damit lebt die Stadt Schmölln letztlich das vor, was unweit von ihr offenbar nicht möglich ist, umzusetzen. Der "Schwarze Peter 2000" an den Stadtrat von Gößnitz soll dieses Defizit offen kritisieren und die Gößnitzer Stadträte auffordern, ihren Parteienzwist dem Gemeinwohl ihrer Bürger unterzuordnen."Es ist den Gößnitzer Stadträten nicht gelungen, mit einer beherzten, über die Fraktions, Partei- und Einzelinteressen hinausgehenden Kommunalpolitik die Stadt in ihrer Entwicklung voranzutreiben", begründet die Jury die Prämierung mit dem Negativpreis der Altenburger Wirtschaft. Die Stadträte seien über ihre Fraktionsgrenzen hinaus nicht konsensfähig, um bestehende wirtschaftliche und infrastrukturelle Probleme zum Wohle ihrer Bürger und damit ihrer Wähler zu lösen und ansprechende Rahmenbedingungen für den wirtschaftliche Fortgang zu schaffen. "Statt konstruktiv zu arbeiten, werden die Probleme zerredet, bestehende Mehrheitsverhältnisse werden nicht zur Problemfindung und -lösung eingesetzt, sondern lediglich zur Bestätigung eigener parteipolitischer Stärke." Faktisch habe die Stadt Gößnitz ähnliche Voraussetzungen, von der verkehrsinfrastrukturellen Anbindung bis hin zur Nähe zum westsächsischen Wirtschaftsgebiet, wie Schmölln. Dennoch könne die Stadt an keinem Punkt an den Erfolgen des kommunalen Nachbarn anknüpfen. "Wir wissen, dass wir mit dieser Preisverleihung den einen oder anderen Stadtrat von Gößnitz treffen, der ehrlich und engagiert über die Geschicke seiner Stadt nachdenkt. Aber wir sind der Auffassung, dass der Stadtrat in seiner demokratisch gewählten Form nicht seinem Wählerauftrag nachgekommen ist, als Gremium Entscheidungen und Wege zu finden, die die Stadt vorantreiben."

Der Wirtschaftsverein Altenburger Land e.V. möchte mit der Vergabe des "Schwarzen Peters" nach Gößnitz, die Stadträte anregen, diesen Preis zum Anlaß einer nüchternen und ehrlichen Selbstkritik zu nehmen und zu einer sachorientierten Arbeit zu finden. "Wir hoffen, dass der "Schwarze Peter" nun nicht innerhalb des Stadtrats zu weiteren destruktiven Auseinandersetzungen führt, sondern dass die Stadträte zusammen mit ihrem Bürgermeister und der gesamten Verwaltung uns mit Ergebnissen und damit mit einem Imagegewinn der Stadt Gößnitz überzeugen."

Die Vergabe der Preise erfolgte in diesem Jahr abermals auf der Grundlage von Vorschlägen aus der Wirtschaft des Landkreises. Ingesamt gingen beim Wirtschaftsverein 19 Vorschläge ein. Davon kamen vier für den "Joker" und fünf für den "Schwarzen Peter" in die engere Wahl. Zehn Vorschläge mußten ausgesondert werden , da entweder die preisverdächtigen Personen aus ihren Ämtern schieden oder aber die Vorschläge nicht im Einklang standen mit den Kriterien für die Preisvergabe. Eine Jury, die sich aus Vertretern des Vorstands und aus Mitgliedern des Vereins zusammensetzte, wertete die Vorschläge aus und prüfte diese. Für diese Vorgehensweise hatten sich in einer Befragung im Sommer diesen Jahres die Mehrheit der Mitglieder des Vereins ausgesprochen. Die zunächst Ende letzten Jahres vom Vorstand des Vereins vorgeschlagene öffentliche Diskussion sämtlicher Vorschläge, die Nominierung einer Short-List der Preisträger und Wahl der Preisträger durch die Mitgliederversammlung hatten sich als organisatorisch nicht umsetzbar erwiesen.

Der Wirtschaftsverein Altenburger Land e.V. konnte am 1. November sein 100. Mitglied begrüßen. Das 100. Mitgliedsunternehmen ist die Firma Radio Fernsehen Altenburg Bleicher & Seider GbR. Bereits im Februar diesen Jahres hatte der Verein ein 100. Jubiläum. Damals wurde der 100. Mitgliedsantrag an die bluechip Computer GmbH ausgegeben.

Die Preise "Joker 2000", "Ehren-Joker 2000" und "Schwarzer Peter 2000" werden am 27. November, 19 Uhr, auf der Mitgliederversammlung des Vereins im Hotel Altenburger Hof übergeben. Die Preisträger werden zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

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